Als ich nach einem günstigen Abo gesucht habe, sind mir zwei Namen immer wieder begegnet: yallo und wingo. Beide bei 29 CHF pro Monat, beide ohne langjährige Vertragsbindung, beide mit einer ordentlichen Datenmenge. Also hab ich beides getestet. Drei Monate yallo, dann drei Monate wingo. Hier ist was ich dabei gemerkt habe – ohne Marketingsprache.
Zuerst das Wichtigste: yallo läuft auf dem Sunrise-Netz, wingo auf dem Swisscom-Netz. Das ist der technische Unterschied, der alles andere erklärt. Im Alltag bedeutet das: wingo hat de facto die gleiche Netzabdeckung wie ein Swisscom-Abo, nur ohne den Swisscom-Preis. yallo hat das Sunrise-Netz – das ist ebenfalls gut, aber die Abdeckung ist in manchen Regionen etwas weniger dicht als Swisscom.
In meiner Stadt – Luzern – habe ich während beider Abos keinen merkbaren Unterschied gespürt. Auf dem Heimweg von der Arbeit, im Café, zu Hause: alles gleich. Das Netz war da. Der Stream lief. Die Karten haben funktioniert.
Die Apps: ein klarer Unterschied
Hier war mein Alltag mit yallo etwas unangenehmer als erwartet. Die yallo-App ist an sich nicht schlecht – man sieht den aktuellen Verbrauch, die Rechnung, kann Einstellungen ändern. Aber sie ist dreimal in drei Monaten abgestürzt. Einmal mitten in einer Übersicht, zweimal beim Öffnen. Das ist keine Katastrophe, aber auch kein professioneller Eindruck.
Beim dritten Absturz hab ich kurz überlegt anzurufen, dann aber gelassen. Das Problem hat sich von selbst gelöst – Update installiert, danach lief es stabiler. Trotzdem: wenn eine App deines einzigen Zugangs zum Kundenkonto regelmässig schlapp macht, ist das störend.
Die wingo-App ist das Gegenteil: simpel bis an die Grenze zur Unvollständigkeit, aber sie läuft. Immer. Ich hab in drei Monaten keine Probleme gehabt. Man sieht was man braucht, kann nichts gross einstellen, und das war's. Für die meisten Leute vollkommen ausreichend.
Kundenservice war bei beiden ehrlich gesagt nicht der grosse Trumpf. yallo hat einen Chat, der okay ist, aber nicht besonders schnell. wingo hat eine Hotline, die ich einmal kurz angerufen habe wegen einer Kleinigkeit – ich wurde nach etwa acht Minuten verbunden, die Frage war in drei Minuten gelöst. Nicht brillant, aber akzeptabel.
Für wen welches Abo besser passt
Nach sechs Monaten mit beiden denke ich: wenn du hauptsächlich in grösseren Schweizer Städten und Agglomerationen unterwegs bist, ist der Netzunterschied für dich wahrscheinlich egal. Dann entscheidest du vor allem danach, welche App dir weniger auf die Nerven geht und ob du Vertrauen in das Swisscom- oder Sunrise-Netz hast.
wingo macht mehr Sinn wenn du gelegentlich auch in ländlicheren Gebieten bist oder Wert auf stabile App-Erfahrung legst. Die Swisscom-Infrastruktur ist in der Schweiz nun mal am dichtesten.
yallo ist die bessere Wahl wenn du oft in deutschen Grossstädten bist – das Sunrise-Netz hat dort Roaming-Partner, die im Ausland gut funktionieren. Für reine Inlandnutzung ist es egal.
Was beide Abos nicht gut können: Vielreisende bedienen. Kein EU-Roaming included, oder zumindest stark limitiert. Wer oft im Ausland ist, zahlt dort extra – oder muss ein höheres Abo wählen. Das ist bei 29 CHF der offensichtliche Kompromiss.
Wenn du dir nicht sicher bist welcher Anbieter für dein konkretes Nutzungsverhalten passt, hilft Tarifblitz kostenlos weiter.
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